Kurz gesagt
In der Dusche zählt vor allem die Fuge zwischen Duschwanne und Fliesen. Sie muss mit fungizidem Sanitärsilikon geschlossen werden, auf absolut trockenem und fettfreiem Untergrund, und sie darf nur an den beiden Flanken haften. Der wichtigste Profi-Trick: Die Duschwanne vor dem Verfugen mit Wasser belasten, damit die Fuge nicht später beim ersten Duschen aufreißt. Danach mindestens 24 Stunden kein Wasser an die Fuge lassen.
Keine Fuge im Haus wird so stark beansprucht wie die in der Dusche. Sie steht täglich unter Wasser, wird warm und wieder kalt, bekommt Duschgel und Shampoo ab und muss jede Bewegung der Wanne mitmachen. Entsprechend schnell zeigen sich Schwachstellen: dunkle Ränder, Ablösungen an der Fliese, im schlimmsten Fall Wasser hinter der Wanne. Hier erfährst du, welche Fugen in der Dusche wichtig sind, welches Material du brauchst und wie du die Anschlussfuge an der Duschwanne Schritt für Schritt dauerhaft dicht bekommst.
Welche Fugen in der Dusche mit Silikon abgedichtet werden
Silikon gehört überall dorthin, wo zwei Bauteile aufeinandertreffen, die sich unterschiedlich bewegen. Die Fliesenfugen in der Fläche bleiben dagegen aus Zementmörtel. In einer typischen Dusche sind das diese Fugen:
- Wannenrand zur Wand: Die wichtigste und am stärksten belastete Fuge. Hier arbeitet die Duschwanne bei jedem Betreten.
- Innenecken der Wandfliesen: Senkrechte Ecken zwischen zwei Wänden sind Anschlussfugen und werden mit Silikon statt Fugenmörtel geschlossen.
- Bodengleiche Dusche: Übergänge zwischen Bodenfliesen und Wand sowie um Rinne oder Ablauf.
- Duschkabine und Glaswand: Profile und Glasanschlüsse an Fliese und Wanne. Mehr dazu im Verzeichniseintrag Duschkabine.
- Durchdringungen: Rosetten von Armatur und Brausestange, sofern der Hersteller das vorsieht.
All diese Fugen sind Wartungsfugen. Sie halten nicht ewig und sollten regelmäßig geprüft werden. Unter der Silikonfuge liegt bei einer fachgerecht gebauten Dusche immer noch eine Verbundabdichtung mit Dichtband an der Wanne. Die Silikonfuge ist also die erste, aber nicht die einzige Barriere. Das ist auch der Grund, warum eine undichte Fuge zügig erneuert werden sollte: Je länger Wasser dahinter steht, desto stärker wird die Abdichtung darunter belastet.
Das richtige Material für die Dusche
Für die Dusche nimmst du Sanitärsilikon mit fungizider Ausrüstung. Die Fungizide hemmen Schimmelwachstum auf der Fugenoberfläche. Die meisten Sanitärsilikone sind acetatvernetzend: Sie riechen beim Aushärten nach Essig, haften sehr gut auf Fliese, Glas, Email und Acryl und sind günstig.
Es gibt aber zwei Ausnahmen, bei denen du ein anderes Silikon brauchst:
- Naturstein wie Marmor, Granit oder Schiefer: Normales Silikon kann am Fugenrand dunkle Ränder erzeugen, weil Bestandteile in den Stein wandern. Hier gehört spezielles Natursteinsilikon hin.
- Metallische Profile und empfindliche Oberflächen: Bei Aluminium, verzinkten Teilen oder Spiegelrückseiten ist ein neutralvernetzendes Silikon die sichere Wahl. Die Essigsäure aus acetatvernetzendem Silikon kann Metall angreifen.
Acryl hat in der Dusche nichts verloren. Es verträgt dauerhafte Nässe nicht und verschimmelt schnell. Warum das so ist, erklärt unser Vergleich Acryl oder Silikon.
Werkzeug und Material
- Sanitärsilikon in passender Farbe, eine 310-ml-Kartusche reicht bei einer Dreiecksfuge von 7 mal 7 mm für etwa 6 Meter. Genauer rechnet es der Kartuschen-Rechner.
- Kartuschenpresse, Cutter, Fugenschaber oder Silikonentferner für die alte Fuge
- Spiritus oder Reinigungsalkohol und fusselfreie Tücher
- Kreppband, wenn du die Kanten abklebst
- Fugenglätter und Glättmittel
- Für die Wanne: Eimer oder Wasser zum Belasten
Dusche abdichten in acht Schritten
1. Alte Fuge vollständig entfernen
Neues Silikon haftet nicht dauerhaft auf altem. Schneide die alte Fuge an beiden Flanken mit dem Cutter ein, zieh sie heraus und entferne die Reste mit Schaber und gegebenenfalls Silikonentferner. Ausführlich beschrieben ist das im Ratgeber Silikonreste entfernen. War die alte Fuge verschimmelt, behandle den Fugengrund vorher, wie in Schimmel in Silikonfugen entfernen beschrieben.
2. Fugengrund prüfen und trocknen lassen
Schau in die offene Fuge. Ist dahinter Wasser, sind Fliesen lose oder ist das Dichtband an der Wanne beschädigt, hilft neues Silikon allein nicht. Dann muss zuerst die Abdichtung darunter in Ordnung gebracht werden. Ist alles intakt, lass die Fuge gründlich trocknen. In einer Dusche, die täglich benutzt wurde, dauert das mindestens einen Tag, besser zwei. Restfeuchte in der Fuge ist einer der häufigsten Gründe, warum frisches Silikon nicht hält.
3. Flanken entfetten
Wisch beide Fugenflanken mit Spiritus ab. Duschgel und Kalk hinterlassen einen Film, auf dem Silikon schlecht haftet. Danach die Flächen nicht mehr mit den Fingern berühren.
4. Duschwanne belasten
Das ist der Schritt, den viele auslassen. Eine Duschwanne senkt sich unter Last ein wenig ab, vor allem Acrylwannen und Wannen auf Füßen. Verfugst du die leere Wanne, wird die Fuge beim ersten Duschen gedehnt und reißt an der Flanke ab. Lass deshalb Wasser in die Wanne, verschließ dafür den Ablauf, oder stell gefüllte Eimer hinein. Bei einer flachen Duschwanne, die kaum Wasser hält, stellst du dich am besten selbst hinein oder legst Gewicht auf. Die Last bleibt drin, bis das Silikon durchgehärtet ist.
5. Abkleben und Fuge vorbereiten
Wer unsicher ist, klebt beide Seiten mit Kreppband ab. Ist die Fuge tiefer als etwa 8 mm, wird sie vorher mit einer Rundschnur, einem Hinterfüllprofil, ausgefüllt. So bekommt das Silikon die richtige Dicke und haftet nur an den beiden Flanken. Haftet es auch am Fugengrund, entsteht eine Dreiflankenhaftung, und die Fuge reißt bei Bewegung.
6. Silikon gleichmäßig einspritzen
Schneide die Kartuschenspitze schräg etwas kleiner als die Fugenbreite ab. Zieh die Raupe in einem Zug und mit gleichmäßigem Druck, die Spitze leicht in die Fuge gedrückt. Lieber etwas zu viel als zu wenig Material: Überschuss nimmt der Fugenglätter mit, Lücken lassen sich später kaum sauber schließen. Arbeite abschnittsweise, damit dir die Hautbildungszeit nicht davonläuft. Bei Sanitärsilikon liegt sie meist bei 5 bis 15 Minuten.

7. Fuge glätten und abziehen
Sprüh die Fuge und die Fliesen daneben leicht mit Glättmittel ein, damit nichts anklebt. Dann ziehst du die Fuge mit dem Fugenglätter in einem Zug ab. Das Profil sollte leicht nach innen gewölbt sein, als Hohlkehle. So läuft Wasser ab und bleibt nicht auf der Fuge stehen. Kreppband ziehst du sofort danach ab, solange das Silikon noch frisch ist.
8. Aushärten lassen
Silikon härtet von außen nach innen aus, typisch sind 2 bis 3 mm pro Tag bei Raumtemperatur. Die Wanne bleibt so lange belastet, und die Dusche bleibt mindestens 24 Stunden trocken. Bei breiten Fugen oder kühlem Bad lieber zwei Tage warten. Lüfte in dieser Zeit gut, vor allem bei acetatvernetzendem Silikon. Wie lange Silikon unter welchen Bedingungen braucht, steht ausführlich in unserem Ratgeber Wie lange muss Silikon trocknen?
Besonderheiten bei bodengleichen Duschen
Bei einer bodengleichen Dusche gibt es keine Wanne, die sich absenkt. Dafür steht Wasser länger auf dem Boden, und die Fuge zwischen Boden und Wand liegt direkt im Wasserlauf. Achte hier besonders auf eine saubere Hohlkehle, damit kein Wasser auf der Fuge stehen bleibt. Rund um Duschrinne oder Bodenablauf schreiben die Hersteller oft genau vor, wo Silikon hingehört und wo nicht. Eine Silikonfuge darf den Ablauf nicht verstopfen oder den Wasserlauf zur Rinne blockieren.
Typische Fehler beim Abdichten der Dusche
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Neues Silikon auf alte Fuge | Löst sich nach Wochen | Alte Fuge vollständig entfernen |
| Fuge noch feucht | Keine Haftung, Blasen | Mindestens 24 Stunden trocknen lassen |
| Wanne leer verfugt | Abriss beim ersten Duschen | Wanne mit Wasser oder Gewicht belasten |
| Zu früh geduscht | Ausgewaschene, weiche Fuge | Mindestens 24 Stunden warten |
| Bausilikon statt Sanitärsilikon | Schneller Schimmel | Fungizides Sanitärsilikon verwenden |
| Flache, gewölbte Raupe | Wasser steht auf der Fuge | Als Hohlkehle abziehen |
So bleibt die Fuge lange schön
Auch das beste Sanitärsilikon verliert mit der Zeit seinen Schimmelschutz. Du verlängerst die Lebensdauer deutlich, wenn du die Fugen nach dem Duschen kurz mit einem Abzieher oder Tuch trocknest und das Bad gut lüftest. Reinige die Fugen mit milden Mitteln. Scheuermilch und harte Bürsten rauen die Oberfläche auf, und darin setzt sich Schmutz schneller fest. Zeigen sich trotzdem schwarze Punkte, die sich nicht mehr entfernen lassen, ist der Schimmel ins Silikon gewachsen. Dann hilft nur noch, die Fuge zu erneuern. Wie das in Bad und Küche geht, steht in unserer Anleitung Silikonfugen erneuern.
Häufige Fragen
Wie lange darf ich nach dem Abdichten nicht duschen?
Mindestens 24 Stunden. Bei breiten Fugen, kühlen Temperaturen oder wenn das Datenblatt eine längere Zeit nennt, wartest du entsprechend länger. Die Hautbildung nach wenigen Minuten bedeutet nicht, dass die Fuge belastbar ist.
Kann ich die Fuge in der Dusche nur ausbessern?
Nur sehr eingeschränkt. Frisches Silikon verbindet sich mit altem nicht dauerhaft. Bei einer kleinen Ablösung kannst du den betroffenen Abschnitt herausschneiden und neu verfugen, die Übergänge bleiben aber Schwachstellen. Besser ist es, die ganze Fuge zu erneuern.
Welche Farbe sollte das Silikon haben?
Meist wählt man die Farbe der Duschwanne oder des Fugenmörtels. Weiß und Transparent sind am häufigsten. Transparentes Silikon zeigt Schimmel allerdings früher und macht sichtbar, was dahinter ist.
Warum wird meine Duschfuge immer wieder schwarz?
Meist kommen mehrere Dinge zusammen: wenig Lüftung, stehendes Wasser auf der Fuge und Seifenreste als Nährboden. Prüfe auch, ob die Fuge als Hohlkehle abgezogen ist und ob hinter der Fuge Feuchtigkeit sitzt. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber Schimmel in Silikonfugen entfernen.
Bildquellen: Beitragsbild: Lennart Worthmann / Adobe Stock; Bild zu Schritt 7: Ralf Geithe / Adobe Stock
